2 MINUTEN LESEZEIT: Update aus dem Libanon

Wir helfen notleidenden Familien mit den Folgen der harten libanesischen Winterstürme. Jean und Isabelle von unserer Partnerorganisation Dorcas berichten vor Ort.

„Das Wetter könnte schlimmer werden, aber man weiß nie mit dem Wetter.“
 
Nachdem eine Reihe von Winterstürmen im Libanon Familien traf, die es ohnehin schon schwer hatten, schloss sich Mary’s Meals mit ihrer Partnerorganisation Dorcas zusammen, um Essenspakete für diejenigen bereitzustellen, die von Überflutungen und Kälte am schlimmsten betroffenen waren. Hier teilen sie ein Update aus dem Libanon.
 
Der schlimmste Wintersturm dauerte ungefähr fünf Tage; es gab eine kurze Pause und dann, zwei Tage später, kamen die Regenfälle zurück. Selbst wenn sich das Wetter nicht wieder verschlechtert, der Schaden ist bereits angerichtet.
 
Vielleicht kling das alles nicht so schlimm, denn 10 Grad klingt eigentlich recht warm; aber nur, wenn man Heizung im Haus hat! Im Libanon ist es bei 10°C extrem kalt für diejenigen, die in Lagern wohnen, denn dort gibt es keine richtige Heizung. Menschen hatten nicht genug, um sich vor den Winterstürmen zu schützen. Da die letzten paar Winter ungewöhnlich mild waren, waren die Leute auf diesen Sturm nicht vorbereitet.
 
Viele leben in Zeltsiedlungen und in minderwertigen, halb-errichteten Gebäuden. Diese ‚Häuser‘ wurden beschädigt, einige Dächer waren zerstört, der Boden völlig feucht, die Teppiche durchnässt. Das Wasser dringt ins Haus. Die Menschen müssen versuchen, ihr Zuhause wieder in Ordnung zu bringen, die Matratzen zu ersetzen, sowie Decken, Kleidung oder Schuhe, die ruiniert wurden. Sie brauchen neue Kochstellen und Heizöl und vieles mehr. Folglich haben sie noch weniger Geld für Essen. In den meisten Fällen verschulden sich die Familien, um diese Grundlagen zu sichern. Menschen, die von vornherein nicht viel besaßen, verloren nun auch das Wenige, das sie hatten.

Menschen können nicht arbeiten, weil es keine Arbeit gibt; sie bekommen keine finanzielle Unterstützung und haben viele Besitztümer während der Stürme und Überflutungen verloren. Angesichts der anhaltenden Kälte war es für Eltern eine Priorität, Unterkunft und Wärme für ihre Kinder zu finden. Essen war zwar wichtig, aber nicht oberste Priorität, da es so kalt war. Es war eine schlimme Situation und die Menschen litten sehr, daher baten wir Mary’s Meals um Hilfe; Menschen mussten zu essen haben.
 
Nachdem wir eine Bedarfsanalyse durchgeführt hatten, entschieden wir, 10.000 Essenspakete an die von den Stürmen am schlimmsten betroffenen Familien zu verteilen. Die Produkte in dem Paket waren so ausgewählt, dass sie eine fünfköpfige Familie für einen Monat ernähren konnten – Reis, Linsen, Bohnen, Öl, Zucker, Fischkonserven und Mehl. Wir hoffen, dass notleidende Familien sich mithilfe dieser Essenspakete nun darauf fokussieren können, dass ihre Kinder sicher und warm sind.
 
Die ersten Essenspakete wurden am Dienstag, 12. Februar an das Flüchtlingslager bei Bourji El Barajneh verteilt. Wenn man in das Lager geht und sieht, wie die Menschen dort leben, erkennt man den großen Bedarf. Es ist ein überfülltes Lager; Kinder und ihre Familien haben es schwer. Das Essen, das wir bereitstellen, ist eine große Unterstützung für sie. Das Essen ist zwar einfach, aber sehr gut. Es ist nicht leicht, das Lager zu besuchen, aber es tat gut zu sehen, wie die Mary’s Meals’ Essenspakete verteilt wurden und die Menschen so glücklich waren.