Nicht einmal Sorgen um die Ernte können die Lernbegierde der Kinder in Sambia vermindern.

Während ich auf dem mit Schlaglöchern übersäten und vom Regen ausgewaschenen Weg zur Kasamanda Schule in der ländlichen Mnoro Region in Ost Sambia durchgeschüttelt werde, habe ich immer wieder dieselben zwei Gedanken: 

1. Ich bin froh, dass ich nicht der Fahrer bin 
2. Diese Gegend ist unglaublich ländlich
 
Für die meisten Haushalte hier draußen ist Subsistenzwirtschaft die wichtigste Überlebensstrategie und jedes Dorf, das wir passieren, ist umgeben von Feldern mit Mais, Baumwolle und Erdnusspflanzen. 

Wir nähern uns dem Ende der sogenannten „mageren Zeit“ – den letzten Monaten vor der Ernte. Inzwischen sind die Pflanzen fast ausgewachsen, aber dennoch verspürt man überall eine besorgte Stimmung. 

Auf keiner Seite der Malawi-Sambia Grenze war der Regen in diesem Jahr gut für die Bauern. Eine lange trockene Periode im Dezember und Januar, kombiniert mit starken Regenfällen im späten März, sorgt für Beunruhigung in vielen Haushalten, die nun um die Rentabilität der Pflanzen bangen müssen, die sie über fünf Monate hinweg gezüchtet haben, 

„Die Situation ist nicht gut“, sagt Kathleen, die Mutter von acht Kindern. „Wir haben Mais, Baumwolle und Erdnusspflanzen gepflanzt, aber die Dinge sind nicht wie geplant gelaufen. Der Regen war nicht gut.“ 

Die nächsten Monate werden für Kathleen und ihre Söhne, genauso wie für andere Familien wie sie, sehr mühsam werden. Aber unter der Oberfläche gibt es einen Hoffnungsschimmer, der sich nicht auslöschen lässt.

Seit in Sambia 2002 das Programm der kostenlosen Grundbildung eingeführt wurde, sind die Zahlen der Einschulungen immer mehr gestiegen. In ländlichen Gegenden, wo Eltern wie Kathleen selber nie die Möglichkeit hatten, zur Schule zu gehen, ermutigen sie ihre Kinder aktiv, eine Schule zu besuchen.

„Es ist wichtig, dass sie zur Schule gehen, weil sie etwas lernen müssen. Ich hoffe, dass sie ihre Bildung vollenden und in der Schule bleiben.“, fügt sie hinzu. 

Bildung ist der Schlüssel für eine bessere Zukunft, und diejenigen im Dorf, die bereits ihre schulische Ausbildung abgeschlossen haben, werden sowohl von den Kindern als auch den Erwachsenen hoch angesehen. Dieses Gefühl wird in der schieren Zahl der Kinder widergespiegelt, die mir von ihrem Traum erzählen, Teil der nächsten Lehrergeneration zu sein.  

Jedoch können die Kinder nicht das meiste aus ihrer Schulbildung herausholen, wenn sie zu hungrig zum Lernen sind. Deswegen unterstützt Mary´s Meals diese Kinder auf ihrem Weg mit dem unveränderten Versprechen, sie an jedem Schultag mit einer nahrhaften Mahlzeit am Ort ihrer Bildung zu versorgen.

Die fünfjährige Esther ist eine dieser Schüler. 

„Mit Porridge fühle ich mich gut.“, erzählt sie mir selbstbewusst. „Es gibt mir viel Energie, was bedeutet, dass ich gut im Unterricht bin.“