Unser Communications Officer, Gerry, reist von West- nach Ost-Afrika, aber was er dort vorfindet, ist nicht so unterschiedlich.

Back to all stories | Posted on 11 Jun 2018 in Blog

Ich erinnere mich an einen Freund, dem es schwerfiel, seine Gefühle zu beschreiben, nachdem er ein Land mit einer ganz anderen Kultur als der eigenen in England besucht hatte. “Sie sind genau wie wir; sie sind total anders”, sagte er.
 
Dieser Widerspruch fasst zusammen, wie ich mich fühle, als ich mit Mary’s Meals zum ersten Mal in Kenia ankomme. Es ist ein Land, das dem zu ähneln scheint, was ich in Liberia gesehen habe, aber ich bemerke auch große Unterschiede. 

Im Allgemeinen funktioniert Mary’s Meals überall gleich. Wir geben Kinder in der Schule eine tägliche Mahlzeit, die ihnen Kraft und Energie gibt und die sie zur Schule hinzieht, wo sie etwas lernen. Aber die Unterschiede bemerke ich, wenn ich die Kinder treffe.

Simon 

Einer der ersten Schüler, mit denen ich an der Border Farm Grundschule in Eldoret rede, ist Simon – wahrscheinlich der größte Mensch, dem ich je begegnet bin. Ein sanfter Riese – 2,08 m stehen vor mir – natürlich will Simon Basketballspieler werden.
 
Simon ist ein Flüchtling aus dem Südsudan, wie etwa die Hälfte der Schüler an der Border Farm Schule. Er erklärt mir geduldig, dass der Krieg sich in seinem Land zwischen zwei ethnischen Gruppen abspielt – den Dinka und den Nuer – aber dass Mitglieder beider Gruppen nach Kenia geflohen sind. Er und sein bester Freund wären im Südsudan Feinde, aber in Kenia sitzen sie Seite an Seite in derselben Klasse.

Mary‘s Meals ist Simons einzige verlässliche Nahrungsquelle. Er sagt: „Sie kochen Mary‘s Meals wirklich lecker, deshalb gehe ich gerne zur Schule und lerne. Ein gebildeter Mann ist ein friedlicher Mann.“

Anthony and Aggrey

Anthony und Aggrey sind 14-jährige Zwillinge, die in einem Ein-Raum-Haus in Eldoret wohnen. Ihr Vater ist nicht da und ihre Mutter arbeitet Hunderte von Kilometern entfernt im Sudan. Sie leben von Mary’s Meals, dem wenigen Geld, das die Mutter ihnen schicken kann und den Früchten und Gemüse, die sie selbst anbauen. Neben ihrem Haus haben sie zwei kleine Beete – auf einem bauen sie Mais, Spinat, Tomaten und anderes Gemüse an, auf dem anderen Früchte wie Orangen und japanische Mispeln – eine Frucht, der ich zuvor niemals begegnet war.

Anthony klettert auf den Baum, um uns eine Handvoll Mispeln zum Probieren zu bringen – kleine, gelbe, süße Früchte mit einem Stein. Er besteht auch darauf, dass ich eine Avocado nehme, die größte, die ich je gesehen habe. Manchmal ist die Großzügigkeit der Menschen, denen ich begegne, atemberaubend.


Ich bin stets bewegt von der Wärme und Gastfreundschaft all der Menschen, denen ich begegne, und ich sehe hier in Kenia die gleiche Hoffnung, die ich bei den Kindern in Liberia, die am Mary’s Meals Programm teilnehmen, sehe.