Wie die Familie Bradley es geschafft hat, 600 Kinder mit Essen zu versorgen…

Graeme BradleyVon Graeme Bradley (r.), Video-Editor bei Mary’s Meals International

Der Regen hörte auf, als wir den Gipfel erreichten, und die grauen Wolken, die sechs Stunden lang über uns hingen, lösten sich allmählich auf, so dass wir sehen konnten, wie hoch wir gestiegen waren. Wie weit wir gekommen waren.

Fünf Jahre vor diesem regnerischen Junitag auf dem Gipfel des Stuc a’Chroin hätte ich nicht gedacht, dass ich mit Verwandten und Freunden irgendwann die schottischen Highlands durchwandern würde, um eine Schule mit Mary’s Meals zu unterstützen.

Seit 2014 unterstützen wir die Malowa Primary School in Blantyre, Malawi, im Gedenken an Shannon Dickson, die jüngere Schwester meiner Frau, die als Baby an einem seltenen Gendefekt gestorben war. Ursprünglich wollten wir dies einmalig tun und die Schule anlässlich Shannons 21. Geburtstags ein Jahr lang unterstützen. Als wir merkten, dass wir weit mehr gesammelt hatten als vorgesehen, konnten wir es kaum fassen und entschieden dann, ein weiteres Jahr zu wandern und taten es jedes Jahr aufs Neue.

Wie großzügig die Menschen sind, überrascht und erfreut uns immer wieder. Und die überwältigende Großzügigkeit unserer engsten Freunde, Verwandten, Kollegen und uns völlig fremder Menschen hat uns beflügelt, diesen beeindruckenden Weg wieder und wieder zu gehen.

Seit wir die Malowa-Grundschule unterstützen, steht der Familiengedanke durchweg im Vordergrund. Ich glaube, dass wir in unserer Familie diejenigen finden, die uns am nächsten stehen, zu denen wir die engsten Bindungen haben. 

Was meine Familie getan hat, um 600 Kindern der Malowa-Schule zu helfen, ist überwältigend.

Eine der größten Spendenaktionen, die wir je organisiert haben, ist die 25 Munros Challenge, eine Art Sponsorenlauf als Bergbesteigung. Es galt 25 Munros zu erklettern (das sind Berge in Schottland, die höher als 914 Meter sind). „Ich versuche einen zu schaffen“, sagte meine Frau Suzie, als sich eine Gruppe bunt gemischter Freiwilliger zusammenfand. Und abermals half uns die Großzügigkeit der Menschen, uns der Herausforderung zu stellen und unser Spendenziel zu erreichen. Viele unterstützten uns nicht nur mit Geld, sondern auch, indem sie einfach da waren und uns anspornten. Und trotz ihres anfänglichen Zögerns hat Suzie inzwischen ziemlich viele Munros bewältigt – unter anderem den Ben Nevis, den höchsten Berg im Vereinigten Königreich.

Genauso erwähnenswert ist meine Tochter Isla, die gerade zwei geworden ist und den Tinto in South Lanarkshire (Schottland) bestiegen hat.

Meine 10 Jahre alte Nichte Ava hat mit acht Jahren gelernt, wie man Badekugeln selbst macht, und verschenkt diese seit zwei Jahren gegen eine kleine Spende. So hat sie über 1000 britische Pfund gesammelt.

Wenn ich nun auf dem letzten der Gipfel unserer jetzigen 25 Munros Challenge stehe und über die südlichen Highlands blicke, weiß ich, dass wir als Familie enger zusammengewachsen sind. Jeder, der uns unterstützt, lässt unsere Familie weiter zusammenwachsen. Und im Gedenken an Shannon als Baby, setzen wir unseren Weg gemeinsam fort.

Shannon hat nie aufwachsen dürfen, kein erfülltes Leben leben oder ihre Träume und Ziele erreichen dürfen. Aber wir hoffen, dass die Kinder der Malowa Primary School durch Mary’s Meals und die täglichen warmen Schulmahlzeiten die Möglichkeit haben werden, genau dies zu tun.