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Fortuna

Internationaler Tag der Bildung

Zurück ins Klassenzimmer in Tigray

Veröffentlicht am

Anlässlich des Internationalen Tages der Bildung teilen wir eine persönliche Reflexion von Abraha Bahlbi, Leiter des Schulspeisungsprogramms bei Daughters of Charity Tigray, unserem Partner in Äthiopien. Seine Worte machen deutlich, vor welchen enormen Herausforderungen die Kinder in Tigray weiterhin stehen und welche kraftvolle Rolle eine tägliche Schulmahlzeit dabei spielt, ihnen die Rückkehr ins Klassenzimmer zu ermöglichen und ihnen Hoffnung für die Zukunft zu schenken.

Zwischen November 2020 und November 2022 forderte ein brutaler Konflikt in Tigray, der nördlichsten Region des Landes, Hunderttausende Menschenleben und zwang Millionen zur Flucht. Auch die Schulen mussten schließen. Als einige von ihnen im Jahr 2023 schließlich wieder öffneten, arbeiteten wir gemeinsam mit Mary’s Meals und den lokalen Gemeinden unter äußerst schwierigen Bedingungen daran, die Schulspeisung wieder aufzunehmen.

Doch Tigray bleibt weiterhin eine instabile Region. Anhaltende bewaffnete Auseinandersetzungen, klimabedingte Katastrophen, eine hohe Ernährungsunsicherheit sowie ein allgemeiner sozioökonomischer Niedergang setzen Familien, die ohnehin in verzweifelten Lebenslagen sind, zusätzlich unter Druck. Dürreperioden und Überschwemmungen haben Ernten und landwirtschaftliche Flächen zerstört. Die Gemeinschaften leiden unter schwerem Hunger und erheblichen Gesundheitsproblemen. Infolgedessen mussten viele Kinder ihre Heimat verlassen und migrieren, während andere zu früher Heirat gezwungen wurden.

Nahezu eine Million Binnenvertriebene sind inzwischen von gravierendem Mangel an Nahrung, medizinischer Versorgung und Unterkünften betroffen, wobei Kinder, Mütter und ältere Menschen besonders stark unter der Krise leiden. Einige Schulen, die infolge des Konflikts geschlossen wurden, konnten bislang nicht wieder öffnen, und manche dienen weiterhin als Notunterkünfte für Binnenvertriebene.

Tägliche Mahlzeiten fördern den Schulbesuch

Trotz all dieser enormen Herausforderungen ist Mary’s Meals zu einem zentralen Teil der Lösung für die Probleme geworden, mit denen Kinder in der Region konfrontiert sind. Daughters of Charity, die Organisation, bei der ich als Leiter des Schulspeisungsprogramms tätig bin, arbeitet eng mit Mary’s Meals zusammen, um mehr als 245.000 Kinder in über 475 Schulen in der Region täglich mit nahrhaften Mahlzeiten zu versorgen.

Vor Beginn des Schulspeisungsprogramms blieben viele Kinder zu Hause, da ihre Eltern ihnen keine grundlegende Mahlzeit bereitstellen konnten, und viele brachen die Schule ganz ab. Seit Mary’s Meals und Daughters of Charity jedoch mit der Schulspeisung in Tigray begonnen haben, ist die Zahl der Kinder, die aufgrund von Hunger die Schule abbrechen, drastisch zurückgegangen.

Das Programm hilft zudem, Familien Stabilität zu geben, die zuvor darüber nachgedacht hatten, in andere Regionen zu ziehen, um dort Arbeit und Nahrung zu finden. Dadurch können Kinder ihre Ausbildung fortsetzen, in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Da sie nun täglich eine Mahlzeit erhalten, kommen die Schülerinnen und Schüler pünktlich zur Schule, beteiligen sich aktiv am Unterricht und erledigen ihre Aufgaben gewissenhaft. Kinder, die früher vor Unterrichtsende nach Hause gingen, bleiben nun den ganzen Schultag über in der Schule und lernen.

Zurück zur Schule – zurück zur Hoffnung

Eine Schule, die zuvor unter der Kontrolle der eritreischen Regierung stand und nach fünf Jahren nun wieder geöffnet wurde, ist die Salem Primary School. Obwohl das Gebäude noch immer die Spuren des Konflikts trägt, konnten wir dort im Oktober 2025 die Schulspeisung wieder aufnehmen. Dadurch wurde Kindern, die in den vergangenen fünf Jahren am Schulbesuch und Lernen gehindert waren, die Rückkehr in ihre Klassenzimmer ermöglicht.

Die Kinder erhielten ihre ersten Portionen von Mary’s Meals mit großer Freude und strahlenden Gesichtern, und die echte Schulatmosphäre kehrt nun langsam zurück. Eine der Schülerinnen, die 14-jährige Fortuna, erzählte mir:

„Ich bin unglaublich glücklich, wieder hier zu sein und nach fünf langen Jahren all meine Freundinnen und Freunde wiederzusehen. Als die Schule geschlossen wurde, wurden wir voneinander getrennt, aber jetzt sind wir wieder jeden Tag zusammen. Das Essen hier ist unsere wahre Quelle von Glück und Energie. Wenn wir dieses Essen nicht bekommen hätten, hätten meine Freundinnen, Freunde und ich unsere Ausbildung nicht fortsetzen können. Es macht mich so glücklich, dass wir hier essen dürfen. Wir lieben es wirklich sehr.“

Dank dieser Arbeit empfinden Hunderttausende Kinder in ganz Tigray, die ebenfalls täglich eine Schulmahlzeit erhalten, ganz ähnlich wie Fortuna. Nahrung ist für diese Kinder nicht nur eine Quelle der Freude, sie schafft auch eine starke Grundlage für ihre Bildung und schenkt ihnen Hoffnung auf eine bessere Zukunft.