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Beyonce and her father - Zimbabwe

Beyonces Traum

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Veröffentlicht am

Früher verbrachte Beyonce die Pausen meist allein. Ihr Vater Brasio schämte sich dafür, dass er ihr kaum etwas zu essen mitgeben konnte. Deshalb bat er sie, sich zum Mittagessen an einen abgelegenen Ort auf dem Schulgelände zurückzuziehen, damit niemand sah, wie wenig sie hatte. Dabei gehörte Beyonce in gewisser Weise noch zu den Glücklichen. Ihr Vater setzte alles daran, dass sie die Schule besuchen konnte.
Beyonces Start ins Leben war nicht leicht. Als sie noch ein Baby war, verließ ihre Mutter sie und ihre ältere Schwester. Nachbarn hörten die beiden Mädchen weinen und verständigten den Vater, der damals in der Hauptstadt Harare arbeitete.

Heute lebt Brasio allein mit seiner Tochter in einem kleinen Einzimmerhaus. Das Bett nimmt die eine Hälfte des Raumes ein, auf der anderen Seite befindet sich eine einfache Kochstelle. Strom gibt es nicht. Gekocht wird nur an den wenigen Tagen, an denen genug Geld für Lebensmittel vorhanden ist.

„Man sieht sofort, dass wir nicht viel besitzen“, sagt Brasio beschämt, als er uns zuhause empfängt. „Es ist schwer, genug Essen für uns beide zu beschaffen. Anfang dieses Jahres erzählte mir Beyonce plötzlich, dass sie an der Schule jeden Schultag eine Mahlzeit bekommen würde. Das war eine enorme Erleichterung für mich. Dieses Schulspeisungsprogramm gibt mir Hoffnung. Es hilft mir, für meine Tochter zu sorgen. Oft ist es die einzige richtige Mahlzeit, die sie am Tag bekommt.“

Auch Beyonce erinnert sich gut an die Zeit davor: „Vor Mary’s Meals war ich nach dem Schulweg oft völlig erschöpft. Ich ging morgens ohne Frühstück los und hatte auch nichts dabei. In der Schule gab es ebenfalls nichts zu essen. Es kam vor, dass ich den ganzen Tag nichts gegessen hatte.“

Beyonce ist eine aufgeweckte Schülerin. Wann immer sie kann, spricht sie Englisch und wirkt trotz ihrer schüchternen Art erstaunlich selbstbewusst. Ihr Vater erzählt lächelnd, dass er sie manchmal heimlich tanzen sieht, wenn sie glaubt, unbeobachtet zu sein. Tanzen ist eine Leidenschaft, die beide teilen.

„Der Porridge schmeckt richtig gut. Vor allem hilft er Kindern wie uns, die nichts von zu Hause mitbringen können. Wenn wir gegessen haben, können wir uns konzentrieren und im Unterricht genauso gut mitarbeiten wie alle anderen.“

„Ich gebe mein Bestes. Bildung ist für mich der Weg in ein anderes Leben. Ich möchte die Vergangenheit hinter mir lassen und später erfolgreich sein. Dann möchte ich meinem Vater helfen, der sich seit meiner frühesten Kindheit um mich gekümmert hat. Und ich wünsche mir, eines Tages auch anderen Kindern und ihren Familien helfen zu können.“

Beyonce steckt voller Potenzial. Sie ist ehrgeizig, klug und voller Träume. Vor allem aber hat sie einen Vater, der trotz aller Schwierigkeiten fest an sie glaubt und ihr jede Chance auf eine bessere Zukunft ermöglichen möchte.